Konflikte durch Praxisphilosophie lösen …

 

Beratungsbedarf in Praxen entsteht häufig aus Problemen im Team oder mit einzelnen Mitarbeitern. Anzeichen im Alltag sind Dienst nach Vorschrift, Lustlosigkeit, mangelnde Einsatzbereitschaft, mangelnde Freundlichkeit gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Patienten sowie ein hoher Krankenstand.
Diese Probleme können auf die Persönlichkeitsstruktur der Mitarbeiter zurückzuführen sein aber auch auf innerbetriebliche Unklarheiten in Verantwortung, Aufgabenverteilung und Führungskompetenzen als unmittelbare Auslöser und Grundlage für Teamprobleme. Es fehlen oft einfache und klare Orientierungsmöglichkeiten im Alltag für Gegenwart und Zukunft.
Natürlich sind diese fein säuberlich in mehr oder weniger großen QM Ordnern aufgelistet, aber zu oft sind sie entweder zu kompliziert, unbekannt oder werden nicht im Alltag mit Leben erfüllt.

Deshalb ist eine kurze, klare Praxisphilosophie, die von allen mitentwickelt und getragen wird, eine starke Säule jeder Praxis und eine wichtige Ressource für Teamgeist und Engagement.
Eine stimmige Praxisphilosophie gibt Antworten auf zentrale Fragen wie:

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Wer sind wir? (Wir sind die Praxis für …)

Wohin gehen wir? (Wir werden die Praxis in der Stadt, die … )

Wozu sind wir da? (Sinn unserer Arbeit ist, …)

Damit schafft eine stimmige Praxisphilosophie drei wichtige immaterielle Güter:

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Identität

Orientierung

Sinn

Alle drei Elemente sind zentrale Ressourcen. Mitarbeiter, die bei ihrer Arbeit Identität, Orientierung und Sinn erfahren, sind kreativer und leisten mehr. Eine stimmige Unternehmens-Philosophie ist deswegen kein Luxus, den man sich leistet oder auch nicht, sondern eine Ressource - die bisher leider weitgehend unerschlossen ist.
Eine Praxisphilosophie basiert auf Werten und braucht die Dimension Zukunft. Ohne Antworten auf die Frage, wohin die Reise gehen soll, bleibt sie unvollständig und schöpft die Potentiale der Ressourcen Identität, Orientierung und Sinn nur ungenügend aus.
Nur eine bewusste Auseinandersetzung von Praxisführung und Mitarbeitern mit der Unternehmens-Philosophie erschließt das volle Potenzial.
Jede Praxis lebt nach einer eigenen Philosophie. Da die meisten Elemente, vor allem aber die zugrunde liegenden Werthaltungen, in der Regel unbewusst sind, bleiben sie meist dem Blick aus der Innenperspektive verborgen. Ein aufmerksamer Beobachter von außen kann deshalb Entscheidendes dazu beitragen, die Philosophie bewusst zu machen.
Viele Praxen sind mit der Fülle des Alltags und dem Reagieren auf das, was von außen auf sie einströmt, so beschäftigt, dass sie die große Linie aus den Augen verloren haben. Dies führt zu immer wiederkehrenden zeitraubenden Grundsatzdiskussionen. Unter oftmals herrschendem Entscheidungsdruck werden sie zwangsläufig nie zu Ende geführt.

Praxen, die eine Orientierung an gemeinsamen Werten und Zukunftsvorstellungen anstreben, bedienen sich eines Prozesses zur Leitbilderstellung durch Beteiligung aller Mitarbeiter, oft unter der Anleitung eines erfahrenen Team- Beraters.
Wer ein Leitbild von anderen abschreibt, hat nicht verstanden, worum es geht oder bewirkt zumindest wenig. Leitbilder sind sehr individuelle Instrumente der Kultur- Veränderung oder -Erhaltung einer Praxis.


Für Leitbilder gibt es keine zwingenden Vorgaben. Sie sind Ausdruck von eigenem Denken.
Die folgenden Leitfragen sollen zeigen, was typische Gegenstände des Prozesses zur Leitbilderstellung sind.
- Wer sind wir?
- Für welche Ideen/Werte stehen wir?
- Für wen arbeiten wir?
- An wen wenden wir uns?
- Wie sehen wir unser Verhältnis zu Patienten und Mitbewerbern?
- Wen wünschen wir uns als Patienten und Partner?
- Wie arbeiten wir?
- Wie führen wir und lassen uns führen?
- Wie gehen wir miteinander um?
- Wie sehen wir unsere jetzigen und zukünftigen Mitarbeiter/-innen?
- Wie lernen wir?
- Wie stellen wir uns auf eine ungewisse Zukunft ein?
- Woran messen wir unseren Erfolg?

Die Wirksamkeit von Praxisphilosophie und Leitbildern hängt von der Prozessqualität und der Verantwortlichkeit aller Beteiligten ab. Daher bedarf die Entwicklung von Leitbildern in der Regel eine fachkundigen Begleitung durch externe Moderatoren. Gelingt es, sind Freude an der Arbeit und wirtschaftlicher Erfolg sicher.