2) Tagesseminar/Kurs

Der „Sand“ im Praxisgetriebe
– Psychologie als Hilfe bei „schwierigen Fällen“

Referent: Dr. Joachim Stoffel

Ort: aktuelle Informationen bitte unter j.stoffel@beratung-sonthofen.de anfordern

Termin: aktuelle Informationen bitte unter j.stoffel@beratung-sonthofen.de anfordern

Seminargebühr: 290.- €

Gliederung

Teil I

9.00 Uhr – 10.30 Uhr

  • Was macht der Patient mit sich – und wir mit ihm
    • Grundlagen der Psychosomatik
  • Was macht der Patient mit uns?
    • Arzt- Patienten- Beziehung und Burn-out
  • Was machen wir im Team miteinander?
    • Das Wichtigste zu Motivation und Führung

Kurze Pause

Teil II

10.45 Uhr – 12.30 Uhr

  • theoretische Einführung in die Balint- Arbeit
  • Gruppenarbeit

12.30 Uhr – ca. 13.45 Uhr (Mittagspause)

Teil III

13.45 Uhr – 15.30 Uhr

  • Theorie der Systemaufstellung
  • (optional) Aufstellung eines Praxisteams

Kurze Pause

Teil IV

15.45 Uhr – 17.30 Uhr

  • Grundlagen der therapeutischen Gesprächsführung
  • Gesprächsführungsübung

Kursbeschreibung:

Schwierigkeiten in der Arzt-Patienten-Beziehung, der "Sand im Getriebe" bei der Behandlung aber auch in der Teamarbeit, die zunehmende Zahl chronischer und psychosomatischer Erkrankungen auch in der Zahnheilkunde, alltägliche Diskussionen über angebliche Fehlbehandlungen bis hin zu Kunstfehlerprozessen lassen uns nicht wählen, ob wir uns mit solchen "Problemfällen" auseinandersetzen wollen oder nicht, allenfalls ob wir dies produktiv und erfolgreich tun wollen, oder für alle Beteiligten destruktiv.
Anders als die technische Seite unseres Berufes, die man aus Vorträgen, Büchern, Kursen usw. lernen und relativ unmittelbar anwenden kann, ist das Feld der Psychologie und Psychosomatik zu wesentlichen Teilen auf Erfahrung und Änderung der Wahrnehmung von sich und anderen z.B. durch Gruppenarbeit ausgelegt.
Während in den einführenden Theorieblocks das Wissensfundament zur Psychosomatik, Arzt-Patienten- Beziehung, Kommunikation und Motivation angelegt werden soll, kann anschließend praxisnah in der Gruppenarbeit der Weg zu neuen Lösungsansätzen gesucht werden.

1. Balintarbeit

Mit dem Potential, das jeder hat - die intuitive analytische Fähigkeit - wird hier im unzensiertem Brainstorming sowohl der seelische Hintergrund körperlicher Leiden des Patienten erhellt, wie auch die Einflüsse der Arzt-Patienten-Beziehung auf die Behandlung. Nicht die "harten Fakten", nicht ein womöglich sich entblößender oder kritisierter Zahnarzt, sondern der Patient steht im "Fokus".

2. (optional) Systemaufstellung eines Praxisteams

Oft sind es nicht die "schwierigen Patienten" sondern Probleme im Praxisteam, die uns zu schaffen machen. Als Ergänzung oder Alternative zur Klärung in der Balint- Gruppe verdeutlichen hier systemische Aufstellungen des Teams – vertreten durch die anwesenden Teilnehmer, die sich nach Anweisung des "Regisseurs" (der Kollege, der sein Team aufstellt) einfach nur irgendwo im Raum hinstellen und ihr Befinden an diesem "Platz im Team" mitteilen - immer wieder überraschend eindrucksvoll die Situation.

3. patientenzentrierte Gesprächsführung

Durch Übungsbeispiele werden in der Gruppe die Grundlagen erfolgreicher Gesprächsführung erarbeitet. Achtung! Es gibt keine Noten! Unsere "Fehler" sind das gefragte Holz aus dem wir gemeinsam Fortschritte schnitzen wollen.

Alle Übungsteile sind nicht direkt als Selbsterfahrung oder Supervision zu verstehen, beinhalten solche Aspekte aber für den einzelnen, unbemerkt von der Gruppe. Die Integrität des Einzelnen bleibt gewahrt, niemand wird zu irgendetwas gezwungen.

Auf Wunsch kann mit Videobegleitung gearbeitet werden.

Insgesamt sollen die Wünsche und Anforderung der Gruppe und die Dynamik des Verlaufs über die Auswahl der Arbeitstechnik entscheiden um unproduktive Unterforderung wie Überforderung zu vermeiden.

Ergänzende Stichworte zur Gliederung

Psychologie und Psychosomatik - eine Notwendigkeit?
Bedeutung der Zähne und des Mundes
Psychische Auswirkung körperlicher Traumata
Ätiologie aktueller seelischer Störungen
Definition: Was ist Psychosomatik
Neurobiologische Erkenntnisse (Stress- System)
Das Symptom - sein Nutzen und Krankheitsgewinn für den Patienten
Zahnärztlich-psychosomatische Krankheitsbilder
Psychosomatische Diagnostik
Diagnostische Kriterien für eine vorliegende Depression
Grundsätze für die Untersuchung bei psychosomatischen Patienten
Grundsätze für die Aufklärung bei psychosomatischen Patienten
zahnärztliche Behandlung von psychosomatisch erkrankten Patienten
Therapiemöglichkeiten der PZU
Hilfestellung bei der Betreuung des psychosomatischen Patienten
Der „psychosomatische Konsiliardienst“

Der ZA als „Patient“
Der gesunde, glückliche Zahnarzt – Utopie oder realistisches Ziel ?
„Burn-out“ - Hauptmerkmale: und Definition
Wann und wie wird der (Zahn-) Arzt zum Patienten
- was er selbst und was der Patient und was das soziale Umfeld dazu beiträgt
resultierende Probleme in der Arzt - Patienten – Beziehung
Paingames - doctor-shopping - Koryphäenkiller - Syndrom
allgemeine Hilfen

Die Balintgruppe -Kennzeichen der Balint- Gruppe
- Setting (Rahmen und Gruppengröße)
Theorie und Methodik der BG
Neurowissenschaftliche Fundierung der Balintarbeit
Was bringt (mir) Balintarbeit ? – was ist danach anders ?

Mitarbeiterführung
Bedürfnishierarchie
Die neurobiologischen Grundlagen des Motivationssystems (Belohnungssystem)
Der „neurobiologische Treibstoff“ des Motivationssystems
Verhaltensbeschreibung der verschiedenen Führungsstile
Gesichtspunkte für professionelle Führung und Motivation

Grundlagen der Gesprächsführung
Axiom der humanistischen PT
Axiom der Neuro- Psychologie
Hilfreiche Hypothesen und Regeln über Kommunikation
Anforderungen und Voraussetzungen für eine förderliche Kommunikation
Was bewirkt Veränderung? - Was resultiert daraus?
Ungünstige Gesprächsfaktoren
Allgemeine Inhalte, Stufen und Ziele ärztlicher Gespräche
Besonderheiten für das diagnostische Gespräch
Allgemeine Verhaltenshinweise für den prothetisch schwierigen Fall
Verhalten bei Reklamationen

Theorie und Konsequenzen der systemischen Sichtweise
systemischer Aufstellungen - Anwendungsfelder und –settings
Wofür eignen sich Aufstellungen im Organisationskontext?
Interventionen, Lösungsbild und Schluss
Der Lösungstransfer: Was kommt nach der Aufstellung?